Die Fotografie der alten Schule ist tot

Ich habe mein Fotografiestudium 1979 nicht abgeschlossen. Es war schon damals deutlich, dass der gelernte oder sogar studierte Fotograf letztendlich - bis auf die wenigen Helmut Newtons - als Passbildfotograf in einem kleinen Laden irgendwo auf dem Land enden wird. Die Alternativen Hochzeitsfotograf oder Playboy Nacktfetischist fand ich auch nicht reizvoll. 

 

Ich habe aus der Zeit seit 1975 rund 10.000 Negative und Dias in meinem Archiv. Dazu kommen noch rund 10.000 digitale Bilder, aufgenommen mit den verschiedensten Kameras und Smartphones. Alles nicht veröffentlicht, nur wenige Bilder in langen Nächten in der Dunkelkammer in schwarz/weiß selbst vergrößert. Den (möglichen) Schatz darf dann irgendwann jemand anderes heben. Hier eine kleine Auswahl der Bilder, die ich persönlich mochte. Es sind zum Teil hochauflösende Scans im Negativformat 6x7 cm, unbearbeitet. 

Randnotiz: Meine Lieblingskamera war, neben der unzerstörbaren Canon F-1, die Mamiya RB67. Ein riesiger schwerer Klotz. Da man die Kamera nicht vor dem Auge sondern vor dem Bauch hatte und von oben in den Sucher schaute, konnte man sehr nah Menschen fotografieren. Mit einer Kamera vor dem Auge ging das nicht so gut. 

Heute: das Bild ist trotz aller unbestreitbaren Magie und trotz aller Ausstellungen etwas völlig Anderes geworden. Fast jeder Winkel der Erde inklusive Mount Everest und Südpol ist tausendfach fotografiert. Das Smartphone und die Bildbearbeitungen aller Art haben das Original weitestgehend zerstört. Und jetzt ist KI gekommen. 

Mir hat trotz allem kürzlich ein Fan der analogen Fotografie erzählt, was für Hasselblad Schätze er auf Ebay für ein Taschengeld gekauft hat. Wir werden sehen wohin die Reise geht…